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Systemisches Arbeiten in der Erziehung, Betreuung und Assistenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen 2018/2019

Mitarbeiter in der Behinderten- und Jugendhilfe müssen oftmals die Herausforderung meistern, verschiedene Interessen, Wünsche und Ziele zu integrieren. Dabei gilt es den familiären und biographischen Kontext der Klienten mit der aktuellen Lebenswelt, beispielhaft den gruppendynamischen Prozessen einer Wohngruppe sowie deren institutionellen Rahmenbedingungen, in Einklang zu bringen. Eine nicht immer leicht zu bewältigende Aufgabe.
Ziel dieser Fortbildung ist es, einen Einblick in das systemische Denken zu ermöglichen und dieses zur Reflexion des eigenen Arbeitens zu nutzen. Eine systemische Vorgehensweise verhindert einseitige Wahrnehmungen und Zuschreibungen und hilft, Probleme von verschiedenen Positionen aus wahrzunehmen, sich in andere einzufühlen und einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Durch diese Fähigkeit können Zusammenhänge neu verstanden, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Differenzen und Konflikte offener angenommen und in ihren Kontextbedingungen besser verstanden werden. So können verdeckte Ressourcen erkannt und genutzt und zugleich Widersprüche und Andersartigkeit ausgehalten werden. Grundlage hierfür bildet eine wertschätzende Haltung mit Respekt und Neugierde sowie Offenheit gegenüber anderen Handlungs- und Lebensentwürfen.

1. Familienkontext
Im Familienkontext wird das Verhalten der Menschen mit einer Behinderung oder / und dissozialem Verhalten als eine Antwort auf die Problemlösungskapazität im Familiensystem verstanden. Insofern ist die Herkunftsfamilie ein Schlüssel zum Verständnis von "Auffälligkeiten", deren Bedeutung und Sinnhaftigkeit im Kontext der vorhandenen Beziehungsmuster erfasst werden kann.

Inhalt:
Grundlagen des systemischen Denkens und Handelns
= Begriffsbestimmungen
= Einführung in das systemische Denken und Handeln
= Wichtige Grundhaltungen für das systemische Handeln

Familie als soziales System
= Merkmale eines Familiensystems
= Familiäre Rollenentwicklung
= Generationsübergreifende Zyklen

Familien mit einem Kind mit Behinderung / dissozialem Verhalten
= Das bio-psycho-soziale Modell
= Ressourcen und Bedürfnisse
= Mehrfachbelastung von Familien und Scheitern als elterliches Grundgefühl
= Loyalitäten und ihre Konflikte
= Ablösung

Methoden für die Betreuungsarbeit
= Joining
= Ressourcenarbeit
= Genogrammarbeit

2. Kontext Lebenswelt

Thematischer Schwerpunkt des zweiten Teils ist der Kontext Lebenswelt. Die Wohngruppe im Heim, die Arbeitsgruppe, die Wohngemeinschaft, die Schulklasse, etc. wird als soziales System mit den Subsystemen Klient, Mitarbeiter, Herkunftsfamilien, externe Helfersysteme usw. verstanden.
Die Handlungsmuster und Kommunikationsprozesse innerhalb der jeweiligen Lebenswelt werden identifiziert und auftretende Probleme nicht nur innerhalb einer Person angesiedelt, sondern als Ausdruck einer bestimmten Art der Beziehungs- und Lebensgestaltung begriffen.

Inhalt:
Personen und Rollen
= Das relevante System
= Rollen- und Handlungsmuster
= Interaktionen zwischen Helfersystem und Klientensystem
= Die logischen Ebenen der Beratung

Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse
= Auftragsklärung
= Zielformulierung im relevanten System
= Planung von Interventionen
= Ergebnisüberprüfung

Methoden für die Betreuungsarbeit
= Systemische Gesprächsführung
= Visualisierungstechniken
= Figurenaufstellung
= Timelinearbeit
= Strukturschemata

3. Institutioneller Kontext

Im dritten Teil geht es um das soziale Helfersystem, in dem der Klient eingebettet ist. Das Dreieck Klient - Mitarbeiter - sonstige Helfer, deren unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele und die Grenzen der jeweiligen Systeme werden in ihrer Wechselwirkung wahrgenommen. Die Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit werden aufgezeigt.
Die Stellung der Institution mit ihren Subsystemen wird im Rahmen der gesellschaftlichen Entwicklung und Forderungen nach Inklusion und Teilhabe thematisiert.

Inhalt:
Zusammenhang von Klienten-, Team- und sozialem Helfersystem
= Kommunikationsmuster
= Zwangskontexte
= Verstrickungen

Gestaltung der Zusammenarbeit
= Möglichkeiten kooperativen und vernetzten Arbeitens
= Elemente des Case-Management als Fall- und Systemsteuerung

Soziale Organisationen im gesellschaftlichen Kontext
= Inklusion, Teilhabe als Leitidee
= Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung

Methoden für die Betreuungsarbeit
= Arbeit mit offenen und verdeckten Aufträgen
= Problemaufstellung
= Zielorientiertes Arbeiten
= Skulpturarbeit

Praxisberatung

Zwischen den Seminarbausteinen finden in Kleingruppen ein ganztägiger und zwei halbtägige Praxisberatungen statt. In diesen Gruppen können die TeilnehmerInnen das, was sie in den Seminaren gelernt haben, bezogen auf ihren Arbeitsalltag thematisieren und vor allem ausprobieren. Dazu erhalten die TeilnehmerInnen nach jedem Seminarabschnitt eine Transferaufgabe. Diese dokumentieren sie schriftlich und geben sie in der Akademie Schloss Liebenau ab.

Zielgruppe:
MitarbeiterInnen der Behindertenhilfe und Jugendhilfe

Arbeitsform:
Theorieinput, Gruppenarbeit, Selbstreflexion, Skulpturarbeit, Problemaufstellung, Transferaufgaben, Rollenspiel

Status: fast ausgebucht

Kursnr.: 181345

Beginn: Mo., 03.12.2018, 09:00 - 17:00 Uhr

Dauer: 9 Tag(e)

Kursort: Schloss Liebenau

Gebühr: 1400,00 € (inkl. MwSt.)

Dokumente


Datum
03.12.2018
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
04.12.2018
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
05.12.2018
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
27.03.2019
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
28.03.2019
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
29.03.2019
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
25.06.2019
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
26.06.2019
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau
Datum
27.06.2019
Uhrzeit
09:00 - 17:00 Uhr
Ort
Schloss Liebenau




Statuslegende
Anmeldung möglich
fast ausgebucht
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Kurs abgeschlossen
Kurs ausgefallen
Keine Anmeldung möglich